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Kinderbuch

Leseprobe Kinderbuch

"SEK Statton"



4


Kriminalhauptkommissar Bellinger sah auf das Blatt, welches er soeben von einem seiner Beamten auf den Tisch gelegt bekommen hatte.

»Was soll ICH denn damit? Bin ich etwa unter die Galleristen gegangen?«

Der junge Beamte fing sichtlich an, zu schwitzen.

»Ich, ich dachte nur...«, stotterte er und brach dann ab.

»Wir sind bei der Kripo, hier wird nicht gedacht!«, sagte Bellinger jetzt mit lauter Stimme.

Vor lauter Schreck salutierte der junge Beamte vor seinem Chef.

»Jawohl Sir!«

»Nennen Sie mich nicht Sir, wo sind wir denn hier? In Amerika?«, donnerte er los, aber um seine Mundwinkel zuckte es.

Der Beamte salutierte vor Schreck noch mal.

»Nein Sir, äh Captain, äh ich meine...«

Bellinger fand Gefallen an der, mittlerweile sichtbaren, Verzweiflung des jungen Untergebenen.

»Haben wir es bald?«, brüllte er laut weiter.

»Äh ja Herr Bellinger, Captain, Sir, ich meine Kriminalhauptkommist...«

»Ja Mist! Mist ist das, was Sie da gerade von sich geben!«

»Jawohl Mister Bell..., Boss, Chef!«

Die Augen des jungen Beamten schossen nervös hin und her, weil er sich davon überzeugen wollte, ob er es jetzt richtig gemacht hatte. Bellinger konnte sich das Lachen jetzt kaum noch verkneifen.

»Raus mit Ihnen und hören Sie auf zu denken!«

»Jawohl Chef!«

»Hier wird nicht gedacht! Oder sind wir etwa in der Schule?«

»Jawohl Sir, Chef, nein Chef!«

Immer wieder salutierte der Beamte. Man sah ihm an, dass er jetzt schnellstens aus diesem Büro flüchten wollte.

Da Bellinger nichts mehr zu sagen hatte, tat der junge Mann auch genau das und flüchtete. So schnell, dass er beinahe über seine eigenen Füße stolperte.

Bellinger klopfte sich vor lauter Lachen auf die Schenkel. Was für ein Spaß!!

Seit nunmehr 5 Jahren war Bellinger nun der Chef der Kripo Cochem und seit er denken konnte im Polizeidienst. Er hatte nie was anderes gewollt und war die Karriereleiter zügig empor gestiegen. Jetzt mit seinen 45 Jahren machte es ihm einen Heidenspaß, sich kleine Einlagen wie diese mit den jungen Grünschnäbeln von der Polizeischule zu erlauben. Niemand war ihm deswegen böse.

Er nahm nun das Blatt in die Hand, welches der Beamte ihm gebracht hatte und studierte es stirnrunzelnd.

Während er noch immer auf das Blatt starrte und versuchte daraus schlau zu werden, kam sein Freund und Kriminaloberkommissar Henning in das Büro.

»DEM hast du aber einen ganz schönen Schreck eingejagt.«

Bellinger grinste.

»Hat sich ins Hemd gemacht, was?«

Henning nickte. »Und zwar so, dass er es sofort wechseln musste. Er ist jetzt in der Umkleide.«

Bellinger lachte. »Sieht ihnen ähnlich, diesen Grünschnäbeln. Wollen alle Polizist spielen, aber keiner von denen hat auch nur für eine Sekunde den Mumm, den Mund aufzumachen. Alles wird sofort angezweifelt. Die sind so von Selbstzweifeln zerfressen, dass es mich wundert, dass sie nicht schon Löcher in ihren Körpern haben.«

Henning lachte. »Was hast du da?«

»Böhmische Dörfer«, antwortete Bellinger und reichte Henning das Fax. »Wenn nicht BKA oben draufstehen würde, würde ich denken mir versucht jemand ein Gemälde zu verkaufen.«

Henning nickte wissend. »Dann musst du aber viel gespart haben.«

Bellinger sah ihn fragen an.

»Einige Millionen. 53, um ganz genau zu sein.«

Bellingers Augen weiteten sich. Henning reichte ihm eine Akte. »Und hier ist der Bericht dazu.«

Bellinger nahm die Akte und schlug sie auf, während Henning fort fuhr. »Das Gemälde Irisblüten ist von Vincent van Gogh und auch unter dem Titel Schwertlilien bekannt. Es ist aus dem Rijksmuseum in Amsterdam gestern Nacht gestohlen worden. Da es das mit Abstand teuerste und wertvollste Gemälde in dem Museum war, sind alle natürlich ganz schön-«

»-angepisst«, ergänzte Bellinger.

»In Aufruhr wollte ich sagen.«

»So weit so gut und was haben WIR jetzt damit zu tun?«

Am liebsten war es Bellinger nämlich, nur für die Fälle seines eigenen Bezirkes zuständig zu sein. Hier kannte er die Leute und die Umgebung und hier konnte ihm niemand so schnell was vormachen.

»Alle sind informiert worden, weil niemand weiß, wer es getan hat und wohin er unterwegs ist.«

Bellinger grummelte nur.

»Was wissen die denn überhaupt?«

Henning zuckte die Schultern. »Nicht viel. Es gibt keine wirklichen Spuren außer-«

»-das verschwundene Gemälde.«

»Und demnach auch keine Hinweise auf Täter.«

»Hach!«

»Kümmern wir uns drum?«

Bellinger erhob sich. »Selbstverständlich wir bilden natürlich sofort eine Sondereinheit, die sich um den Verbleib der Pinselei kümmert und jedes Haus und jede Wohnung absucht.«

Henning lachte. »Und was tun wir wirklich?«

»Wir halten die Augen auf, was sonst?«




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